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Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz

1708 - 1711

Die heutige Pfarrkirche -wie ihre Vorgängerin dem Heiligen Kreuz geweiht- ist im Stil des Spätbarocks nach dem Vorarlberger Normaltypus als Wandpfeilerhalle erbaut. Baumeister waren die Gebrüder Johann Peter und Gabriel Thumb aus dem voralbergischen Au bei Bezau im Bregenzerwald. Die Pläne und die Mitarbeit werden dem Einsiedler Klosterarchitekten Bruder Caspar Moosbrugger (1656 - 1723) zugeschrieben. Im Einsiedler Stiftsarchiv liegen heute noch fünf nicht verwendete Pläne Moosbruggers für die Lachner Pfarrkirche. Der Bauvertrag mit den Brüdern Thumb im Kostenausmass von 7.800 Gulden sah vor: "Eine in Stein zu erbauende Kirche, mit zwei kuppelbedeckten Türmen, einem Chortürmchen, einer Orgelempore, umlaufenden Galerien und einen Steinplattenboden". Baubeginn war im Jahre 1708. Die Bauzeit, mitsamt den beiden gewaltigen Türmen, jedoch ohne Innenausbau, dauerte nur drei Jahre. Am 22. November 1711 konnte der Weihbischof von Konstanz die Einweihung vornehmen, obwohl nur das Äussere vollendet war. Die Finanzierung erfolgte nebst Geldsammlungen durch Anleihensaufnahmen bei den Klöstern Wettingen, Pfäfers und Schwyz sowie bei der Stadt Rapperswil. Die Beschaffung der Finanzen bereitete derart grosse Sorgen, dass der 1708 begonnene Bau erst 1732 vollendet war. Mit dem Innenausbau kostete das Werk schliesslich 40.000 Gulden. Am Kirchenbau arbeiteten bekannte Kunsthandwerker mit. Der Tessiner Stuckateur Giovanni Battista Neurone schuf alle Stuckarbeiten und der Arther Künstler Johann Balthasar Steiner malte die Deckenbilder. Der Lachner Kunsthandwerker Franz Josef Brägger besorgte die Flachschnitzereien an der Haupttüre aus Eichenholz, das Chorgestühl, die Rathsherrenbänke, die Kanzel und die Schnitzereien am Hochaltar und den Seitenaltären. Den eigentlichen Hochaltar schuf Altarbauer Johann Kaspar aus dem st. gallischen St. Fiden und Leonz Fridolin Düggelin, ebenfalls ein Lachner Künstler, malte die Kreuzigungsgruppe im Hochaltar. Die vielen Holzplastiken stammen vom Zuger Bildhauer Johann Baptist Wickart und von Meister Jakob Hunger aus Rapperswil.

Eine erste Aussenrenovation der Lachner Pfarrkirche erfolgte 1876, die erste Innenrenovation wurde in den Jahren 1882/83 vorgenommen. 1953/54 kam wiederum eine Aussenrenovation. Die Kirche bekam darauf im Jahre 1955 ein neues Glockengenläute mit sechs Glocken. 1967 bis 1969 musste wiederum eine Innenrenovation vorgenommen werden und letztmals erfolgte 1985 eine Aussenrenovation.

Bild: Pfarrkirche


 

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Gedruckt am 20.10.2018 01:54:55